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Geschichte & Kultur

Franz Happacher war Begründer der ersten Generation der Hoteliersfamilie des Hotel St. Veit in Sexten. Er wurde 1927 als eines von 9 Kindern in Sexten geboren. Er und seine Familie erlebten in Sexten, so wie auch die Bewohner anderer Bergdörfer, harte Zwischenkriegszeiten, gezeichnet von vielen Schicksalsschlägen und Not.
Der schwerste davon war ohne Zweifel die Zerstörung der aufgebauten Holzwollefabrik, die den Flammen zum Opfer fiel. Auch als Franz’s Brüder rekrutiert wurden, sollte er sich einer harten Probe stellen. Er führte die Landwirtschaft der Familie alleine unter härtesten Bedingungen. Franz besuchte aber auch die geheime Katakombenschule, wo er weiterhin deutschen Unterricht erhielt. Damals ahnte noch niemand, wie sich der Bauernsohn zu einem der modernsten Hoteliers entwickeln sollte!

Während dem 2. Weltkrieg kam die Familie Happacher mit Wildern über die Runden.
Sexten wurde von den Amerikanern zum Bombardement ausgesucht, da sich im Dorf der deutsche General Kessler versteckt hielt. Zum Schutz der Bevölkerung wurden zwei Luftschutzkeller errichtet. Wie durch ein Wunder verhinderte drei Tage lang eine dichte Nebeldecke, wie man sie noch nicht gesehen hatte, den Angriff und bewahrte die Ortschaft und die Einwohner vor einem schrecklichen Schicksal.
Nach dem Krieg führte Franz mit seinem Bruder Michael die Landwirtschaft weiter und hüteten an der Zsigmondyhütte bei den Drei Zinnen im Sommer das Vieh.
Schaffelle waren damals sehr wertvoll, deshalb züchteten die Brüder auch Schafe.
1951 wurde der Schafstall zur heutigen Schutzhütte Carduccihütte umgebaut und bewirtschaftet. Franz erkannte schon zu dieser Zeit, dass die einzigartige Kulisse der Sextner Dolomiten ein magischer Anziehungspunkt für Bergsteiger und Urlauber aus der ganzen Welt ist. So entschloss er sich 1960 die Zsigmondyhütte umzubauen und Bergsteiger zu verköstigen. Sie ist heute noch in Hand der Riega-Familie, denn Klaus Happacher ist der heutige Hüttenwirt.

1961 erblickten die ersten Nachkommen das Licht der Welt.
Franz begleitete seine Gäste gerne in die Berge und machte seine Leidenschaft zum zweiten Beruf des Bergführers und Bergretters. Wegen seiner langen Erfahrung und Sicherheit in den Bergen wurde er immer wieder als Berater des Militärs zugezogen.
Einmal hatten sich 100 Soldaten bei -25°C in eine lebensgefährliche Situation in den Bergen begeben und erreichten nur dank Franz Happacher in den Morgenstunden wohlbehalten die Auronzohütte.
In dieser Zeit lernte er auch seine Frau Emma kennen, die bei seinem Bruder Michael im Hotel Kreuzbergpass arbeitete. 1960 besiegelten sie Ihre Liebe mit der Ehe.
5 Jahre später wollten sie in Sexten ein 25-Betten-Hotel bauen. Aber es sollte nicht so reibungslos gehen, wie geplant. Denn in diesem Jahr kam es zu heftigen Regenfällen, die Tage lang anhielten und die Baugrube komplett zerstörten. Der nahe Golsbach trat über die Ufer und überschwemmte die ganze Umgebung. Die Geröllmassen nahmen alles Material und Erdreich aus der erst kürzlich geöffneten Baugrube mit. Das Gebiet wurde anschließend als Gefahrenzone deklariert. Franz lies sich aber nicht aufhalten und schon 1967 wurde am heutigen Standort der Bau eines 40-Betten-Hotels in Angriff genommen. Das erste Projekt stieß wegen seiner ungewohnten und innovativen Architektur auf geteilte Meinungen und wurde abgelehnt. Mit viel Initiative und Energie konnte die Familie Happacher seine Wünsche jedoch verwirklichen und so wurde Weihnachten 1969 das 3 Sterne Hotel St. Veit eröffnet.

Es waren goldene Jahre mit vielen Gästen, hauptsächlich aus Deutschland. Franz ging nach wie vor seiner Leidenschaft als Bergführer nach und war auch immer noch als Hüttenwirt tätig. Er begleitete seine Gäste gerne in die Dolomiten und zeigte ihnen dort die schönsten Plätze. Er erkannte aber auch den Wunsch der Urlauber nach Entspannung und so wurde das Hotel 1977 um den Wellnessbereich erweitert. Das St. Veit war schon damals Vorreiter in Sachen Wohlbefinden der Gäste und eines der ersten Wellnesshotels Südtirol. Die Gäste, aber auch die Hoteliersfamilie sollten sich rundherum wohlfühlen.

1985 wurde aus dem Familienbetrieb mit der Tochter Gertraud und Ehemann Peter eine offene Handelsgesellschaft. 1987 reagierte die Familie mit einer Kegelbahn und dem Tanzlokal „Herzlalm“ auf die Nachfrage nach Unterhaltung der Gäste. Hier trafen sich bis 2004 Einheimische und Gäste zum geselligen Beisammensein.
1987 wurde Restaurant und Speisesaal erweitert
1990 erfuhren die Gästezimmer im 2. Stock eine qualitative Erweiterung
1994 folgten die Südzimmer im 2. Stockwerk und
1998 die Nordzimmer der selben Etage.

Man erkannte schon früh die Sehnsucht nach Entspannung und Wohlbefinden und wollte den Gästen auch hier eine besondere Leistung bieten können. So wurde 2002 ein Wintergarten mit offenem Kamin, Leseraum und Nichtraucherraum errichtet. 2004 wurde im Schwimmbad eine qualitative Erweiterung durchgeführt und eine Beautyabteilung dazu genommen.
Die Kriterien eines Alpenwellness- und Panoramahotels wurden weit übertroffen. 2006 wurde das Haus auf 66 Gästebetten vergrößert und und die Spezialisierung durch weitere qualitative Maßnahmen im Bereich Alpine Wellness im Sinne der Vitalpina Philosophie ergriffen. Durch diesen Qualitätssprung wurde das Hotel mit dem 4. Stern ausgezeichnet.
All diese Überlegungen musste Franz Happacher in diesen vergangenen Jahren gemeinsam mit seiner Familie treffen. Vom Bauernsohn über den Hüttenwirt zum erfolgreichen Hotelier und Visionär. Die große Bereitschaft zum Risiko und seiner endlosen positiven Einstellung zur Zukunft hat er auf die folgenden Generationen übertragen, die noch heute ganz im Einklang mit der Natur und nach allen Regeln der Südtiroler Gastfreundschaft Ihrer Leidenschaft des Gastgebers nachgehen.

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Hotel St. Veit - Fam. Happacher / Karadar
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